Donnerstag, 10. März 2016

Qinghai - Tibet Highway


Und so passiert es:
Ich reise nach Westen.
Wer hätte das jemals gedacht?

Mein letzter Couchsurfinghost schrieb mir mein nächstes Ticket; "freie Fahrt" oder so in etwa steht auf meinem Karton. Ein Ticket nach überall und immer gültig.

Die Fahrt führte durch Gansu. Gefiel mir nicht. Alles war braun und viel Industrie auf dem Weg. Im Fluss waren sie überall am Kies abbauen. Aber immerhin wurde der Himmel nach Westen immer klarer.


Xining. Eine hässliche Stadt, welche aus Hasenställen besteht.
Das Tor zu der tibetischen Hochebene in der Provinz Qinghai.



Nur 200km später war ich in (dem schon wieder hässlichen) Cheimachö, eine tibetische Siedlung, welche nun hauptsächlich aus Touristenshops bestand. Da nicht Saison war, waren fast alle Restaurants geschlossen. Ein Mix von Tibetern und Moslems lebte da oben.
Und jenste Yaks und Schafe.


Der Qinghaisee liegt auf 3200m und umfasst 4635 Quadratkilometer, 10% der Schweiz!
Da noch Winter war, waren die Sommergäste noch nicht da.
Was im Detail heisst; keine Chinesen, aber auch nur wenige Vögel.


Der See hat einen Salzgehalt von 6%, verglichen mit den 3.5% des Meeres. Und er war gefroren. War einfach nur saukalt! Ich hatte meine Winterausrüstung irgendwo in den Tropen abgelegt. Aber eine Schaffelljacke, wie sie die Teibeter hatten, wollte ich mir doch nicht zulegen. Wäre da oben aber überlebenswichtig...
Nachts -10C und immer ein beissender kalter Wind.

Der See ist der grösste des Landes, und am schrumpfen.
Wasserkraftwerke und die Bewässerung der Grasflächen, welche die Zuflüsse abzapfen, überweidung mit Yaks und Schafen an den Ufern. 
Nach offiziellen Angaben hat der See 700 Quadratkilometer und 13 Meter an Höhe verloren, innerhalb des letzten Jahrhunderts... 
Er ist ein wichtiger Lebensraum, Brutgebiet und Sommerresidenz für viele Vogelarten. 



Die Yaks teilen nun die Strasse mit dem vielen Schwerverkehr, der nach Lhasa donnert.
Ich habe deren Hupen sehr schnell hassen gelernt.
Denen ist scheissegal, dass da auch noch Menschen und Tiere am Weg leben.
Durchdonnern und hupen was das Zeug hält.



Do Khy - Tibethund


Singschwäne als Wintergäste auf dem gefrorenen See

Ein Pfeifhase kommt raus zum sich sonnen.


Fazit von Qinghai:

Wunderschönes Gebiet, zuviel Abfall und hässliche Siedlungen.

Sollte im Frühling einmal dahin und der Hauptstrasse entkommen....


Video in deutsch und englisch:




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