Mao Zedong
Gründer der Volksrepublik China, Nationalheld, Massenmörder.
Auf ihm baut die kommunistische Partei Chinas auf. Vorher war alles schlecht, seitdem die Kommunisten übernommen haben ist alles wunderbar.
Geschieht im Ausland eine Katastrophe, zeigt das staatliche Fernsehen wie wild, was da alles abgeht und wie es denen dort so schlecht gehe und wie froh die Chinesen sein können, doch in China zu leben, wo doch alle so glücklich sind und so ein riesiger Fortschritt stattfindet.
So erzählte mir eine junge Chinesin.
Nach Qinghai kam ich in Dunhuang an.
Da gab es die berühmte Mondsichel-Oase.
Leicht ahnend was mir bevor stand, fuhr ich die kurze Strecke von meinem Hostel dahin.
Ich sah die Souvenirläden, Zäune und den riesigen Ticketschalter (ein Ticket-GEBÄUDE) von weitem. Ich war kurz davor einfach wieder umzudrehen. Aber ich war nun mal in diesem historischen Teil des Landes, der damals das Ende von China war. Nach Westen war Niemandsland, Wüste. Nur die Karawanen der Seidenstrasse führten weiter. Hier war auch das Ende der grossen Mauer. Sehr viel historisches rundherum. Eigentlich höchst interessant. Eigentlich. Wären da eben nicht diese Zäune, Ticketgebäude, überrissenen Preise und vielen Souvenirläden und Helikopterflüge und Deltaseglerflüge und Off-Road Touren und Quad Touren durch die Dünen und Kamelreiten....
Chinesisches Disneyland. Die Oase war dann sehr klein, ein Zaun herum, alles schön herausgeputzt, eine gepflasterte Strasse dahin mit elektrischen Touristenkärren, ein Schild von wo man das beste Foto machen konnte....
Es hatte noch sehr viele schöne Sehenswürdigkeiten in der Umgebung, aber ich liess alle anderen aus. Ich bin es echt einfach leid überall 20$ abzudrücken und die Zäune und Kameras rundherum zu haben! Diese historische Stadt und geschichtsträchtige Umgebung so zu vergewaltigen..... Oje oje.....
Was würde die arme Tourism-Administration machen, hätte es nie ihren Nationalhelden Mao gegeben? Ohne die Kulturrevolution, in der 95% der Relikte von der grossartigen Geschichte Chinas vernichtet wurden? Dann hätte es ja heute eine viel zu grosse Auswahl an Historischem, dann wäre es ja dreist, da überall Geld zu verlangen! So aber blieb nur sehr wenig übrig, was man nun teuer verkaufen kann, und gleich noch die alte Kultur loben. Bezahlen muss man den Eintritt natürlich mit einer Note, auf der das Portrait dieses Mannes ist. Ich mag den Kerl wirklich, wirklich nicht!
Nach nur zwei Nächten zog ich weiter. Mein Reisepass wurde vor der autonomen Provinz Xinjiang kontrolliert.
Auf der Autobahn, bei einer Kontrollstelle, wo alle Fahrzeuge durch mussten.
Später nochmals zweimal. Das dritte Mal kurz vor der Stadt Urumqi. Alle stark gesichert.
Echt kalt hier!
Ich kam am Abend an und suchte ein Hostel.
Ich fand ein Hotel, dessen Angesteller mir vergewisserte, dass ich keine Unterkunft unter 100 Yuan bekäme. Ich versicherte ihm, ich werde eine finden, bräuche aber ihr Internet um zu suchen. Ich fand sehr schnell, dass fast alle Hostels / Hotels NUR Chinesische Staatsbürger aufnahmen. Keine Ausländer / Aliens.
Da waren noch zwei International Youth Hostels. Ich nahm ein Taxi. Das Hostel war bereits von einem teureren Hotel abgelöst worden, welches aber nur Chinesen aufnahm. Ich war langsam müde. Zum Glück war noch ein ausländischer Gast da gelandet, der mir weiterhelfen und ein anderes Hostel nennen konnte. Es hatte sogar einen Bus dahin. Einen Stadtbus.
Mein Gepäck wurde durchleuchtet, ich durfte meine kleine Flasche Trinkwasser nicht mitnehmen. Keine Flüssigkeiten im Bus. 3-4 Sicherheitsleute pro Bushaltestelle, und man konnte nur einen Bus nehmen, wenn man die Sicherheitsvorkehrungen durchlief.
Zum Glück bemerkten sie nicht mein Messer im Rucksack. Wäre nicht daserste Mal, dass sie eine Klinge von mir konfiszierten. Der Bus war lächerliche 1 Yuan, knappe 15 Rappen.
Ich fand mein Hostel, für 35 Yuan. Wunderbar.
Urumqi hatte mir auf anhieb nicht gefallen.
Daran änderte sich auch nichts.
Und wie es in dem wunderschönen Land, wo immer alle Leute lächeln und alle gut drauf sind, so ist, hat es eine extrem hohe Polizeipräsenz. Mit Schnellfeuerwaffen, Schilden, Knüppeln, Panzerwagen. Überall Kameras! Jeder Schritt wird aufgezeichnet.
Xinjiang teilt in etwa die gleiche Geschichte wie Tibet und wurde von dem grossen Nationalhelden eingenommen und mit ethnischen Han-Chinesen angesiedelt, welche nun beschützt werden müssen.
Die Uighuren sind verständlicherweise über deren Präsenz nicht sehr glücklich. Und verständlicherweise braucht, eine Macht wie China, diese wichtigen Öl-und Rohstoffgebiete.
Aus deren Perspektive versteh ich das sogar.
Eine junge Deutsche hatte mir einmal von ihrer Grossmutter erzählt, die damals durch die DDR nach China arbeiten ging. Sie erzählte wie offen und freundlich die Chinesen doch seien. Als dann die junge Frau nach China ging, war sie einfach nur geschockt. China hatte eine andere Richtung eingeschlagen. Ellenbogen Gesellschaft pur.
Ich treffe aber viele freundliche und offene Chinesen.
Aber ich sehe auch diese Rücksichtslosigkeit. Einander gegenüber und mit ihrer Natur.
Die haben noch viel Arbeit vor sich, den Schaden wieder zu glätten, der durch die Politik ihres Helden entstand.
Ich mag die jungen Leute, mit denen ich rede. Viele wollen ausbrechen aus diesem Gefängnis, dem politischen und dem gesellschaftlichen. Mir scheint, die sind wie die Generation meiner Eltern. Da wird sich vieles ändern. Es muss. Sonst haben die zuviele Probleme.
China wird wohl immer eine Hass-Liebe sein.
In keinem anderen Land denke ich an einem Tag; ich sollte so schnell wie möglich abhauen, und, scheisse ich hab zuwenig Zeit, muss wohl wieder kommen!
Bester Platz für ein Foto.
Da stell ich mich doch gleich mal hin....
Wäre Hochsaison gewesen, wäre ich nicht reingegangen. Aber es hatte zum Glück sehr wenig chinesische Touristen.
Da stell ich mich doch gleich mal hin....
Wäre Hochsaison gewesen, wäre ich nicht reingegangen. Aber es hatte zum Glück sehr wenig chinesische Touristen.
Ein 5 Sterne Hotelkomplex in Dunhuang.
Es hatte mehrere von diesen lieblichen Klötzen.
Ich blieb nicht lange dort und stellte mich wieder auf die Strasse.
Die Angestellten auf dem Highway waren immer sehr nett und halfen mir Autos zu bekommen. :) Ich wollte mich zwar einfach nur hinstellen und warten, aber sie fragten jedes Auto, dass bei den Gebühren-Stellen vorbei musste.
Die Tian-Shan Kette gegen Norden.
Und nach zwei Tagen erreichte ich Urumqi.
Ich hätte gerne die ganze Sicherheitseinrichtung mit Soldaten fotografiert, aber ich glaube dass hätte Probleme geben können. Die sind da wahrscheinlich nicht so offen.
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