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Sonntag, 9. März 2014

Schwein gehabt



Wir konnten uns nicht recht entscheiden wo wir noch hinwollten, ausser Saigon.
Da liessen wir das Schicksal entscheiden und nahmen den Bus an den Bahnhof um herauszufinden wo man so auf die Schnelle hin kann.
Wir kamen nie an.
Wir fuhren und fuhren und irgendwann mussten wir zugeben, dass wir zu weit waren.
Also stiegen wir aus und nahmen halt einen Kaffee.

Die Konsequenz vom ganzen war eigentlich, dass wir Saigon nicht verliessen.
Bleiben wir halt und machen die Stadt unsicher.

Per Couchsurfing lernten wir eine ganz lustige kleine Einheimische kennen, die uns in ein Hammer-Pup führte. Der 18jährige Schlagzeuger war erste Klasse und die Band am 2ten Abend, "the blue guitar" waren so vietnamesische Alt-Rocker. Super gespielt!

Säuli wollten wir natürlich auch noch essen!
Und wir bekamen das beste Säuli, dass ich jemals ass in dem Fress-Tempel!
All dies hätten wir nie gefunden ohne Sie! War echt super!

Tagsüber fuhren wir meistens mit dem Bus durch die Gegend um irgendwelche Märkte zu sehen. Meistens fuhren wir falsch und fanden dann doch immer was intressantes.
Nachts dann gaben wir uns dem Bier hin und der coolen Pups mit life Bands, immer schön weg von den Touris.

Man bekommt Shrimps und Seegurken in verschiedener Qualität und Preisklasse.
Super!

Der einte Strassenverkäufer sahen wir praktisch jeden Tag mit seinen Locken. Allerdings kauften wir viel zu wenig Gras für seinen Geschmack und jeden Tag kam er zu uns; Marihuana, Marihuana???

Unser Zimmer hatte tatsächlich ein "Guggerzitli", made in Korea.
Und ein Häuschen um aufs Häuschen zu gehen.
Thema Hänsel und Gretel.

Tagsüber war es immer sehr heiss.
So verbrachten wir auch mal einen Tag im Pool.
50 Rappen war ein frecher Eintritt!

Es gibt Milionen Vietnamesen und es scheint, dass alle immer auf dem Roller rumfahren.
Konstant.
So viele Roller, es hört nie auf und an jeder Kreuzung dasselbe....
Irgendwann kolabiert das System hier, mehr geht irgendwie nicht...

Ab und zu findet man immer noch die alten Kolonialbauten, die wirklich sehr charmant sind!

Und natürlich die Nudel-Mamas und Sandwich-Mamas.

Wir hatten eine super Woche hier und ich muss sagen, der Süden hat Veitnam für mich gerettet!

Was ich den Norden nicht mag, gefällt mir dafür der Süden!

Morgen flieg ich nach Manila.

Ab nächster Woche ist Philippinen angesagt!


Und zu guter Letzt; Die Bären wurden verlegt und sind jetzt in einer proffesioneller Station nahe Hanoi!!!!!

Endlich



    



Montag, 3. März 2014

Regeneration




Prälatfasan
Wollnacken Storch
Orienthornvogel
Morgens um 6 am See
Blick von der Hütte aus



An meinem 2ten Tag in Saigon (ich flog am 27.2 hierher) merkte ich wie sehr mich die letzten 2 Monate mitgenommen hatten.
Am besten zu beschreiben am Wetter;
In Hanoi war es kalt und nieselte, unangenehmes feuchtes Wetter.
In Saigon ist es warm, sonnig und die Bescheiss-rate ist um 75% zusammengebrochen.

Ich musste irgendwohin um zur Ruhe zu kommen und wo sich der Sturm in mir legen konnte.
Da fiel mir sofort ein Ort ein wo ich vor beinahe 5 Jahren war; Nam Cat Tien.

5 Tage, 4 Nächte hatte ich im Plan, da dann auch Moritz, mein alter Kollege nach Saigon kommen würde.
Also los!
Dummerweise entwickelte ich nach 2 Übernachtungen so gegen Mittag ein extrem starkes, pulsierendes Kopfweh, von dem ich keine Ahnung hatte woher es kam.
Ich trank genug, hatte immer einen Hut auf und wurde auch von keinem Affen gebissen.
In der folgenden Nacht lag ich dann voll im Delirium der Fieberträume.
Am nächsten Tag ass ich nur Suppe.
Keine feste Nahrung....
War echt komisch, so ein starkes Kopfweh hatte ich noch nie und ich verschluckte mehr Alcacyl als in den letzten 5 Jahren zusammen!
Aber nach 2 Nächten war ich wieder beisammen.

Ich genoss sonst die Zeit sehr in der Ranger Station am Krokodil-See.
Perfekt um zur Ruhe zu kommen, was ich tatsächlich auch tat.
Ich war die Ruhe selbst, zwar gezwungen durch mein Kopfweh, aber so hatten die Echsen und Schlangen in der Umgebung immerhin etwas mehr Ruhe....

Ich wollte unbedingt einen Ährenträgerpfau sehen, da die Dinger immer in der Nähe rumschrien. Aber genau an dem Morgen wo einer gesichtet wurde gegenüber vom See, ja da lag ich im Delirium!
Verdammt!
Aber immerhin sonst einiges zu Gesicht bekommen...
Es hatte extrem viele Wildhühner, die Dinger waren echt überall! Eine Sambar-Hirsch-Kuh mit ihrem Kalb, die üblichen Affen, ein paar Echsen, eine Civette, einen Prälatfasan mit Henne. An jenem hatte ich besonders Freude. Wunderschöne Vögel!

War cool wieviele Vögel ich hörte, welche wir in Kambodscha hatten und die ich noch am Ruf erkannte!

Die Ranger waren super Köche, echt leckeres Essen und vorallem konnte ich soviel essen wie ich konnte!
Was sich dann halt mit meinem Suppen-Tag auslevelte.

Die Kerle fingen einen Reissack voll Fisch pro Tag aus dem See. Und zwar mit Elektroden und Autobatterien. Schön Strom-fischen... Und das in dem See mit geschützten Krokis... Na ja, mich wundert ja nichts mehr in Vietnam!

Der Wald ist überzogen mit uralten Lava-Steinen und vielen Würgfeigen und sonstigem Zeug. 
Wir haben Trockenzeit und darum waren gar keine Egel zu finden und nur wenige Moskitos, was mich aber nicht sonderlich störte.

Ich konnte für mich die Zeit im Norden hier abschliessen und wieder Energie tanken.
Regenerierte psychisch und physisch.

In einer Woche flieg ich nach Manila, Philippinen.
Meine Reise geht weiter, ich komme in mein 4tes Asien-Jahr und seit 4 Jahren zum ersten Mal wieder in ein neues Land!  :-)

 

Mittwoch, 19. Februar 2014

Schluss-Strich

 
Käfig vom Beaobachtungsturm aus gesehen
Boot voller Holz, passiert unkontrolliert nach kurzem Small Talk

Blick vom Turm auf der Halbinsel innerhalb des Zauns in Richtung Damm. Mitte links ist die Song Khao Station wo ich residierte während der Arbeit im Wald

Blick vom Damm in Richtung Station, die aber nicht zu sehen ist. Mein letzter Tag.


Ich hatte eigentlich einen ganz anderen Eintrag schon geschrieben.
Ich wollte gnadenlos abrechnen mit den Schweinehunden hier.
Lasse ich nun aber sein.
Ich hab den Frust im Wald gelassen.

Die nächsten Tage versuchte ich die freigelassenen Affen zu finden im Wald, was ich aber bis zum Schluss nicht schaffte.
Es war kalt und nieselte die ganze Zeit.
Die hatten sich wahrscheinlich irgendwo verkrochen.

Mein eigentlicher, geheimer, Plan war ja, dass mich die Ranger irgendwo rauslassen und ich mich dann mit meinem GPS zum Käfig durchschlug, die Tiere frei liess, mich zurück ziehen und dann so tun als seien sie abgehauen.

Dummerweise liessen sie mich nie alleine raus.
Immer war jemand dabei.
Ich hatte einmal ein 10 Sekunden Fenster wo ich kurz ein paar Drähte so verbog, dass die Tiere durchkommen. Am nächsten tag war ich ziemlich nervös als wir kontrollieren gingen.
Die Tiere waren noch da.
Also machte ich ein paar neue Äste rein und einer zufällig so, dass er direkt neben dem Loch war.
Das Mädchen streckte sehr bald den Kopf raus und ich bemühte mich den Ranger da weg zu bringen damit er nichts sah.
Klappte auch alles.

Nur waren die Tiere am nächsten Tag immer noch drin.
Mehr konnte ich nicht tun.

Die Ranger haben trotzt ca 2 Stunden Arbeit am Käfig das Loch nicht gesehen.
Die Tiere müssen nur noch raus.
Aber das müssen sie nun selber schaffen.

Ich bin zurück im Hauptquartier und verlasse morgen diesen Ort.
Und werde nie zurück kehren.

Ich weiss nicht so recht was ich die letzten Monate hier gelernt habe, aber es ist so einiges.
Über mich, neue Tiere und die Hoffnungslosigkeit wenn die Behörden (und Arbeiter) durch und durch korrupt sind.


Loslassen muss ich noch lernen und dass ich nicht alles ändern kann was ich möchte.....


PS: ich wollte das ganze auf Google-Earth aufzeigen, aber da ist noch kein Stausee und darum das ganze ziemlich verwirrend....

ein Versprechen

 
 

 
 
 
 
 
 

 
17.2.2014
 
 
Ich wurde gefragt warum ich hier nur für Gotteslohn arbeite.
Ich hab mich das die letzten beiden Monate auch hundertmal gefragt.

Und als meine Frustration, meine Depression, meine Resignation exponentiell am ansteigen war, versprach ich meinem Mädchen, die Dame die mich immer lauste, dass sie draussen sind bevor ich gehe.
Das, und nur das, war der Grund warum ich bis jetzt durchgebissen habe. Dass die Tiere raus können aus den Todeszellen in Xuan Lien, wo eigentlich nur ein weiterer Affe mit ihrer Betreuung beauftragt ist.

Nun ja, nun Heute war der grosse Tag, die Tiere konnten endlich verlegt werden.
Der Zaun war fixfertig, ein Gehege abgebaut und hier innerhalb vom Zaun wieder aufgestellt.
Der Herr Direktor (der schleimige Sack) wollte nämlich noch 2 Tiere hier behalten.
Für weitere Studien.
Ja wollt ihr mich eigentlich verarschen??????
Ich mache denen ihre Arbeit, gratis, und dann dürfen nicht mal alle Tiere raus?
Ich versuchte da was zu machen, aber der Herr Direktor (der schleimige Sack) wollte parout nicht.

Also 3 Affen frei und 2 ins Gehege.
Ich verfrachtete die Tiere Heute Morgen in kleine Transportkäfige und dann fuhren wir zum Boot. Als ich gerade Käfige am aufladen war, schrie Dung (Suun ausgesprochen) von oben irgendwas herab. Verhiess nichts gutes. Die grosse Dame hatte den billigen Käfig auseinander genommen und war draussen. Und mein Lieblingstierpfleger rannte dem Tier hinterher. Da schrie ich mal. Er soll gefälligst aufhören sie noch nervöser zu machen und die restlichen Tiere aufs Boot bringen.

Schlussendlich gelang es mir sie wieder zu fangen, habe ein ziemlich gutes Verhältniss aufgebaut in der Zeit.
Aber wir standen mit einem Käfig zu wenig da.
Tja, so nam ich sie halt auf den Arm für die Fahrt.

50m vor der Halbinsel, wo die Tiere freigelassen werden sollten, erfuhr ich erstmals welche beiden Tiere sie im Käfig behalten wollen. Die Dame und das junge Männchen. Wir hatten 2 Gruppen, ein Pärchen und 3 Tiere. Irgendwie ging ich davon aus, was logisch wäre, dass die 3er Gruppe raus kann und das Pärchen bleibt. Falsch gedacht. Der Herr Direktor (der schleimige Sack) hatte anderes angeordnet.

Also rissen wir eine funktionierende Gruppe auseinander, liessen das Pärchen und das 3beinige 2te Männchen raus... Ich hatte grandiose Stimmung......
Als wir zurück zum Boot gingen, folget uns der arme Kerl, der zurück wollte in seine Gruppe....
Aber als wir starteten sprang er vom Boot.
Der Käfig war nicht weit von da und ist in Höhrweite. Die werden einander schon finden.

Nun zum Käfig.
Ich hatte ja gewust dass der Herr Direktor (der schleimige Sack) weitere Forschung mit 2 Individuen machen wollte. Meine Motivation als ich den Käfig aufbaute war dementsprechend. Ich setzte ihn einfach in den Hang, ein völlig ungeeigneter Platz und verschraubte ihn eher weniger und verdrahtete dafür ein bischen mehr.
Alles einigermassen so, dass die Tiere eine Ausbruchs-Chance haben.

Zurück in der Ranger-Station wurde dann gefeiert. Sehr viel Reiswein getrunken und dann geschlafen bis um 3 Uhr. Dann kam etwas Papierkrieg und die Delegation fuhr zurück. Weder der Herr Direktor (der schleimige Sack) noch der Vize-Direktor waren dabei. Als wäre ihnen das ganze scheissegal.
Wir machen ja die Arbeit.
 
Immerhin 3 Affen sind draussen.

und ich schreibe meinen Bericht.

live aus dem grandiosen Xuan Lien Nature Reserve.