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Dienstag, 26. April 2016

melde mich mal wieder


So, sollte wieder einmal etwas schreiben.
Ja was habe ich denn die ganze Zeit gemacht?
Ich hätte doch in den Bergen rumsteigen sollen und Schneeleoparden suchen!
Nun, es ist immer noch sehr kalt in den Bergen, vor allem Nachts. Kein Spass zum campieren. Und hatte mir auch eine Erkältung eingefangen.

Desweiteren war ich fleissig an meiner Internetseite am basteln.
Ich bin nicht unbedingt ein Hirsch, was das anbelangt und am Anfang hätte ich meinen Laptop am liebsten gegen eine Wand geschmettert. Aber so langsam langsam komme ich voran und kann auch alles einstellen wie ich es haben möchte. Die meiste Zeit war ich einfach im Bishkek und habe, völlig ungewohnt, jeden Tag zig Stunden am Laptop verbracht.Meine Internetseite ist auf Englisch, werde sie aber zweisprachig machen.

Nächste Woche nach Uzbekistan.

Der Link:


 
 

Jugend und Smartphones.
Wir haben noch auf dem Spielplatz gespielt...


Dordoi Bazaar: der grösste Bazaar in Zentralasien. Alles mit Schiffscontainer gebaut. 
Shops, Restaurants, Schneider, etc. alle sind in Container am werken.
Ich hatte mich hoffnungslos verirrt.


Sonntag, 17. April 2016

Verdammt! Und jetzt????


Weil so schönes Wetter war, musste ich raus aus Bishkek.
Der Regen war vorbei, da lässt sich doch noch die Gegend um den Issykul erkunden, der zweitgrösste Alpinsee der Erde. Ich erwischte einen Tanklastwagen, der in einem kleinen Dorf anhielt und anfing die Verschlüsse mit den Plomben direkt abzuschrauben, um einige Kanister für seinen Freund abzufüllen. Viel war's nicht, aber das war doch ein kleines Schlitzohr! Während sie zapften, fand ich einige hübsche Käfer und zückte meine Kamera, wo er mich gleich schockiert ansah: keine Fotos!!!!!
Ich zeigte auf die Insekten und es war alles klar.

Er liess mich bei meinem Ziel Skaska, der Märchen Schlucht, raus.
Ich versteckte meinen grossen Rucksack irgendwo unter einigen Büschen und war sicher, dass der da schon sicher sei, da er von der Strasse weg war und wohl niemand da durchgehen würde. Ich unterschätzte die Schafhirten, aber alles der Reihe nach.

Skaska:


Ja und nach meiner üblichen Reptilien Fotoshow hatte ich genug und wollte mir einen Zeltplatz suchen. Ich lief die knappen 2 Kilometer zur Strasse am See zurück und wollte meinen Rucksack holen. Wollte. Der Busch, unter dem ich in so schön abgelegt hatte, stand ohne meinen Rucksack da. Verdammt! 
Ich lief enige Kreise, bis ich mich der Realität stellte; jemand kam hier durch und hat ihn mitgenommen. Ein Auto kann es nicht gewesen sein, also jemand zu Fuss. Einer der Hirten, welche mit ihren Schafen und Ziegen die Gegend abweideten. Ich sah weiter oben einen Hof. Irgendwo musste ich ja anfangen. Ich sagte noch: lieber Ruksack, komm bitte zurück zu mir. Dann lief ich richtung Hof. In Gedanken machte ich meine Inventur. Laptop, Zelt, Schlafsack, etwas Cash und meine Bankkarte waren da drin. Scheisse!
Normalerweise packe ich ein wenig anders, aber ich war einfach völlig sorgenlos diese Tage. Das Geld, ok, kann ich verkraften. Die Karte ist schon etwas beschissen, aber mein ZELT!!!!! Mein Heim, mein Dach über dem Kopf! Ich war nun obdachlos!
Einfach so, aus heiterem Himmel obdachlos.
Das war eine bittere Pille. Ich mahnte mich zur Ruhe und erreichte den Hof. Der junge Mann da sprach gottseidank ein wenig English und ich erklärte ihm die Situation. Er schaute mich nur kopfschüttelnd an und fragte, ob ich sicher sei ob ich den Rucksack nicht einfach nur verlegt habe. Ich versicherte ihm, dem sei nicht so. Erklärte ihm meinen Verdacht, ein Nachbar oder ein Schafhirte sei der Täter. Sein Bruder hängte sich ans Telefon und ich wurde an den Tisch gebeten. Ich sollte was essen. Es gab Plov und Karottensalat. Ich gab mich einfach hin, konnte ja gerade sowieso nichts machen. Nach dem ausgiebigen Mal setzten wir uns in sein Auto. Drei Mann und ich. Wir fuhren richtung Dorf und an der Strasse sahen sie weiter oben ein Mann auf seinem Pferd. Sie hupten ihn runter und sprachen miteinander, lachten mich ein paar mal aus, wie mir schien.
Wir setzten uns zurück ins Auto und da meinte der Bruder des Mannes; "Wir haben deinen Rucksack gefunden." Was??? Wie??? Der Mann auf dem Pferd habe ihn draussen gefunden, mitgenommen und dann einem Freund mit dem Auto mitgegeben. Wir fuhren zu den wenigen Häusern in der Nähe. Da war ein älterer Herr am Natel beschäftig. Als er aufgelegt und die Situation erklärt war, öffnete er den Kofferraum seiner Mashutka. Tataaaaaaaaa: mein Rucksack. Unversehrt, nicht aufgemacht.
Er war zu mir zurückgekommen.
Ich war mehr als nur erleichtert! Nicht mehr obdachlos! Meinen Schlafsack, meinen Laptop zurück und meine Karte!!!
Der werte Herr wollte noch Geld von mir. Ich hatte es erwartet und war vorbereitet. So klopfte ich ihm auf die Schulter und fragte: "Zuerst meinen Rucksack klauen und dann noch Geld wollen???" Mein Freund übersetzte, und dann war der Fall klar. Ich konnte zurück an den See mein Zelt aufschlagen. Es waren seit Bemerken des Fehlen von meinem Reisebegleiter nicht zwei Stunden vergangen. Ohne die Hilfe der Familie auf dem Hof hätte diese Geschichte sicherlich mühsam enden können. Danke, danke, danke :D


 Der See ist unglaublich klar! Und riesig. Ein Innlandmeer. Salzwasser. Kalt. Zu kalt. Ich konnte mich schon wieder nicht duschen / baden.

Nächste Station an der Südküste des Sees war Jeti Oguz.
Ich hatte keine Ahnung was zu erwarten war und erwartete daher auch nichts. So fand ich mich bei einer schwefeligen Heilquelle wieder, wo ein Kurort stand.
Weiter das Tal rauf war ich auf einmal zurück in der Schweiz. Es hätte durchaus in meiner Heimat sein können. Alpweiden, Tannen, Birken, Schafe, Kühe, Pferde. Ich machte meine Wanderung, überquerte am Schluss doch noch einen Berg, da ich nicht denselben Weg zurück nehmen wollte und endete mit müden Beinen schliesslich zurück in meinem Zelt, das ich nun viel mehr schätzte.  Die Nächte waren gerade noch zu kalt um angenehm zu sein. Ich beschloss am nächsten Tag zurück nach Bishkek zu fahren, um mich meinem nächsten Projekt zu widmen: meine eigene Internetseite. Bald wird der Blog da weiterlaufen. 




Samstag, 9. April 2016

Ala Archa Nationalpark

Nur 40km südlich der Hauptstadt Bishkek liegt der Ala Archa Nationalpark.
Das würde ich mir natürlich nicht entgehen lassen!

Was braucht es denn dafür?
Zuerst einmal was zu essen, ich will ja 5-6 Tage da bleiben!
Dafür werde ich kurzerhand zum Eichhörnchen: 6.2kg Trockenfrüchte und Nüsse.
Ich laufe gleich noch in einen gefälschten Polizisten im Osh-Bazaar. Ein Mann drängt mich zwischen zwei geparkte Autos, hält mir irgend ein Ausweis unter die Nase und sagt: "Police, Plolice, Tourist, Passport, Passport!!!" Ich wusste sofort, dass der Typ alles andere war, aber kein Polizist. Ich hatte meine Hände mit dem Proviant voll, war aber gleich bereit dem Kerl in die Eier zu treten, sollte er aufdringlicher werden. Ich drückte ihn zur Seite und lief einfach davon. Zu seinem Glück versuchte er mich nicht aufzuhalten.


Am nächsten Morgen nahm ich die kyrgizische Version von einem Bus, eine Mashutka, bis in das Dorf nahe des Parkes. Da die Behörden sicher einen Deal mit den Taxifahrern hatten, fuhr kein öffentlicher Verkehr bis dahin.
Ich lief die restlichen 12 Kilometer.
Es war kalt, grau und neblig. Ein richtiger Herbsstag!


Am nächsten Tag erwachte ich in meinem Zelt unter einer Tanne bei herrlichem Frühlingswetter! Vom Herbst gleich in den Frühling, so gefiel mir das doch!
Ich ging wandern.


Auch der folgende Tag zeigte sich von seiner besten Seite.
Die Nächte aber waren kalt, unter 0C. Ich zog alle Kleider an und rollte mich in meinem Schlafsack wie ein Murmeltier zusammen. 

Unten ist mein Campingplatz. Das "Alpenlager" im Ala Archa


Segelnder Bartgeier.

Die Flechten auf den Steinen sahen wie Korallen aus.


 Ich folgte einigen Pfaden, fand mich aber bald "off-road" um den Steinböcken und Murmeltieren nachzusteigen.


Am dritten Morgen erwachte ich in einem Weihnachtsmärchen. Es hatte 20cm Neuschnee in der Nacht gegeben. Vom Frühling gleich wieder in den Winter. Ich wollte nicht unbedingt auf die Schneeschmelze und den Matsch warten und verliess den Park daher 2 Tage früher als gewollt wieder richtung Bishkek.

Während ich mit eiskalten Fingern mein gefrorenes Zelt zusammenrollte summte ich: 
"leise rieselt der Schnee, still und starr liegt der See......"




Donnerstag, 31. März 2016

tote Schafe, viel Kupfer und eine lange Reise



Letzte Eindrücke von Kashgar



Ich hatte genug von dem Überwachungsstaat China.
Da die Reise nach Kyrgizstan per Bus 100$ gewesen wäre, suchte ich mir einen Reisegefährten, um das Taxi bis an die Grenze zu teilen. So kostete es nur die Hälfte.

Ich fand Calum, ein Australier der mit seinem BMX unterwegs war, in einem anderen Hostel, und die Sache war geritzt.
Der chinesische Zoll ist 140km landinwärts und im Niemandsland dazwischen ist kein Autostopp oder unabhängige Fahrten erlaubt. Sie kümmerten sich erst um uns, als wir einen Deal mit einem Fahrer hatten.
Unser Pass wurde sage und schreibe 5 mal ordentlich kontrolliert, von verschiedenen Instanzen, bis wir das Gebäude verlassen hatten.
Es dauerte ziemlich lange, sich von China loszureisen.

Der Zoll läuft nach Peking-Zeit, das heisst zwei Stunden hinter der Lokalzeit.
Und sie machte vier Stunden Mittagspause!
Wir erreichten den letzten Kontrollposten nicht mehr in der Zeit und standen vor geschlossenen Toren. Eine lange Schlange von Lastwagen fing sich an zu bilden.
Schliesslich war die Pause auch durch und unsere Pässe wurden zum inzwischen neunten und letzten Mal kontrolliert.



Kyrgizstan war mir gleich sympathisch.
Die Grenzbeamten waren super freundlich, unsere Pässe innerhalb weniger Minuten abgestempelt, die Zöllner warfen einen kurzen Blick auf unser Gepäck und winkten uns dann durch. Willkommen in Zentralasien.

Wir liefen noch 3 Kilometer oder so und campierten schliesslich am Bach.
Die Nacht war kalt, die Grenze stand oberhalb von 2500m. 


 Nun war Autostopp wieder erlaubt.
Ich verschwand am nächsten Morgen früh mit der ersten Fahrtgelegenheit.
Calum wird das Land mit seinem BMX bewältigen.

Die Fahrt führte durch die Berge, über Pässe, durch Schnee und Eis.
Nach der Ortschaft Sary Tash dann schliesslich bergab.
Runter runter runter.
Wir kamen in den Frühling. Bäume waren am blühen und je weiter runter, desto grüner wurde es. Irgendwie habe ich den Frühling vermisst.

Ich campierte noch ein weiteres Mal, diesmal in der Obstanalage eines Bauern.

Am nächsten Morgen fuhr ich nach Osh.
Der Fahrer Arthur lud mich gleich zu sich nach Hause ein.
Ich hatte eine Unterkunft.
Als ich später eine SIM Karte für mein Natel kaufte, offerierte der junge Verkäufer mir auch in seinem Heim zu übernachten. Ich musste leider ablehnen.
Kyrgisen sind unheimlich freundlich.

Streckenbilanz:
Xian, China - Osh, Kyrgizstan
rund 5'200km
(falls google dies richtig berechnet hat)