Dienstag, 14. Juli 2015

Tour de Shikoku


Die Festung in Kochi - seht die massiven Baumstämme, welche sie für die Tore verwendeten! Die Höhe beträgt knappe vier Meter.


Japaner sind manchmal zu freundlich!
So der Herr, welcher mich nach Kochi mitnahm. Auf dem Weg spendierte er mir ein leckeres Sushi in einem kleinen Fischerdorf. Oft fragen mich die Fahrer, ob ich Hunger habe, was ich oft verneine. Sie würden irgendwo anhalten und mir etwas zum essen kaufen! Ich bin ja auf die Hilfe meiner Mitmenschen durch meine Art zu reisen völlig angewiesen, aber manchmal wird es mir ein wenig unangenehm, wenn sie zu viel offerieren. Es ist gar nicht so einfach, Hilfe immer anzunehmen.
Da werde ich ein Leben lang zurückgeben müssen, was mir ja auch Spass macht und kein müssen ist. Auf jeden Fall lässt es die Ansicht der Hilfe ganz anders erscheinen.

Ich war aufs Wochenende in Kochi, besuchte die Festung - deren Park gleich mein Zeltplatz wurde - und die drei grossen Samurais. Leider fand ich nirgends eine Dusche, lief 10km oder mehr zum Strand, nur um Securitas auf Stühlen zu finden die sichergingen, dass auch niemand ins Wasser ging. Aber bei solchen Wellen wäre auch ich nicht reingegangen. Ich wusch mich mit meinem Tuch auf der öffentlichen Behindertentoilette.



es ist höher als es aussieht...


Nur 70km nördlich von Kochi liegt das Yia-Tal.
Und es regnete immer noch. Verflucht, warum musste ich in der Regenzeit nach Japan? Nur weil in Taiwan die Regensaison durch war, dachte ich Japan wäre in etwa gleich...
Tja, wars nicht.
Nun denn, ich bin immer etwas nass, schwitze viel und rieche wahrscheinlich nicht sonderlich gut. Täglich 3 Mal duschen liegt leider nicht drin.
Also: Ich war im Yia Tal, das ziemlich tief in den Bergen von Shikoku liegt. Tiefe Schluchten und steile Wälder. Die Einheimischen hatten einst aus Lianen Brücken gebaut! Nur aus zusammengeknüpften Lianen. Sehr beeindruckend! Heute sind die verbliebenen 4 Brücken mit Stahlseilen verstärkt, um die vielen Besucher zu tragen. Der Regen hat den Vorteil, dass es nicht viele Besucher hat. In Stosszeiten will ich die Orte echt nicht besuchen!
Ich lief viel der Strasse entlang - mit gesamten Gepäck - aber irgendwann wurde es mir zu dumm und ich hielt wieder den Daumen hoch. Manchmal fahren Japaner mit erhobenen Daumen aus dem Fenster vorbei. Genau, ich stehe an der Strasse und zeige mit dem Daumen aus Freude an der Sache nach oben! So haben alle ihren Spass an mir.



Waldgebiete gen Norden auf Shikoku
ein Nadelbaum, dessen Nadeln wie kleine Blätter sind


endlich etwas Action!!!


ratet mal von wo der Wind kommt!?



Der höchste Berg der Gegend - Mt.Tsurugi mit immerhin 1955m - war wie immer ein Muss. Ich campierte im Parkhaus an der Talstation des Sesseliftes. Der Einsitzer hatte weder Sicherheitsbügel, noch ein Fussgestänge! Ich lief die Strecke sowieso.
Und es regnete. 
Nach nicht einmal zwei Stunden war ich oben und hockte mich in die Hütte, um den Regen vorbeiziehen zu lassen. Ich trank Tee, spielte Karten mit mir selber und lauschte dem Wind. Irgendwann kam eine Gruppe junger Leute rein und siehe da, ein Schweizer, ein Schwede und zwei Japanerinnen, die sich im Hostel kennenlernten.
Auch sie hockten sich hin, tranken Tee und hofften auf besseres Wetter.
Nach Mittag guckte auf einmal die Sonne durch den Nebel und die Wolken verzogen sich. Hurra! Doch noch blauer Himmel und die Aussicht über die Wälder!
Den Abstieg unternahmen wir drei Jungs über eine gesperrte Strecke, da wir das Schild als "bitte hier entlang" interpretierten. Die viel zu gut ausgelegten Pfade der Japaner sind mir zu einfach und endlich gab's eine kleine Herausforderung, als wir durch Felsspalten eine grosse Kette hinab klettern mussten. Der Fels war rutschig, der Rucksack nicht unbedingt hilfreich, sprich WUNDERBAR! :D

Ich verabschiedete mich von der Gruppe, welche den Sessellift nach unten nahmen und hockte mich noch ein wenig in die Sonne. Da kam ich mit einem Japaner ins Gespräch, der mir dann sagte, dass ein Taifun aufziehen würde.
Na wunderbar und ich hatte eine mehrtägige Tour durch die Berge machen wollen.
Zum Glück traf ich den Mann, sonst wäre ich am Schluss in einer eher dummen Situation gelandet.

Er nahm mich gleich mit nach Kotahiro, weiter nördlich und ausserhalb der Berge.


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