Dienstag, 5. Mai 2015

Vipassana



10 Tage nicht reden.
10 Stunden pro Tag meditieren.

Diese Meditation wurde  mir nun mehrmals empfohlen.
Ich war neugierig.

Die ersten 3 Tage beobachtet man nur die Atmung, ohne konzentriert zu atmen, nur die natürliche Atmung. Erst wenn der Verstand dadurch geschärft wird, fängt man mit der eigentlichen Meditation an.

Das Ziel ist es den Verstand zu reinigen.
All die vergrabenen Dinge, die man nie wirklich gelöst, sondern nur verdrängt hatte.

Und das nur dadurch, dass man sich auf die jetzige Realität des Körpers achtet, nur beobachtet was er macht. Klingt zu simpel.
Hat aber eine wirklich heftige Wirkung.
Mein Verstand wollte überall sein, nur nicht im hier und jetzt.
Ich schaffte vieleicht 30% der Zeit wirklich mich auf mich selbst zu konzentrieren.
ansonsten wanderte ich umher. in der Zukunft, in der Vergangenheit oder in meiner Fantasie. Hatte sehr intensive Träume.

Ab Tag 5 sollten wir 3mal am Tag je eine Stunde sitzen ohne uns zu bewegen.
Ich schaffte es erst am Tag 6. Da dachte ich mir, egal wie weh mir alles tut, das beiss ich nun durch!
Durch die Wirkung der Meditation fing es mich an richtig durchzuschütteln. Ich zuckte hin und her. Knöpfe in mir die ich einst selbst geknotet hatte wurden nun gelöst.
Jeder Tag war anders, jeder sehr intensiv.

Das Essen war super, verhungern musste man nicht, bis anhin wusste ich nicht einmal, dass sitzen soviel Energie braucht. Aber um längere Zeit im Lotussitz zu verbringen bin ich nicht geschaffen.
Mir taten ab Tag 8 die Beine und Knie in jeder Position weh. Aber es schien allen gleich zu gehen.

Zur Technik:
Buddha hatte diese vor 2500 Jahren wieder entdeckt und sie gelehrt.
Er hatte keine Religion gepredigt, sondern diese Meditation und Lebensweise zur Selbsterlösung verbreitet, bis praktisch ganz Nordindien Vipassana praktizierte.

Über die Zeit verschwand es von der Bildfläche, da mit anderen Sekten durchmischt, überlebte aber in seiner Orginalform in Burma.
Da hatte S.N. Goenka sie gelernt und später zurück nach Indien und in die Welt gebracht, als sein Lehrer ihm sagte, dass es an der Zeit sei die Prophezeiung zu erfüllen, nach der Vipassana 2500 Jahre nach Buddha wieder in die Welt gebracht werde.
Was für eine unglaubliche Geschichte....

Jeden Abend sahen wir eine Stunde ein Video mit Goenka, der die Technik erklärte.

Es hat absolut nichts religiöses oder sektenhaftes an sich.
Jede Religion ist wilkommen einen Kurs zu absolvieren.
Man hockt nur da und beobachtet seine Atmung.
Aber was für ein krasser Effekt.....

Ich kann nur jedem weiterempfehlen auch einen 10 Tageskurs zu absolvieren.
Aber es ist kein Vergnügen und harte Arbeit, braucht Selbstdisziplin und Durchhaltevermögen.
Es kostet nichts.
Alles ist auf Spenden aufgebaut, die durch Schüler welche den Kurs absolvierten kommen.
Kein Lehrer oder Helfer wird für die Kurse bezahlt.
Es ist kein Geschäft, dient nur dem Zweck der Meditation. 
Eine sehr simple, jedoch hochstehende Moral steht ganz oben.

Zentren gibts überall, auch in der Schweiz.

oder gebt auf Zoutube einfach mal S.N. Goenka ein

viel Spass beim Lotussitz üben!

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