gerade Rechtzeitig zum Sonnenuntergang erreichte ich den Schrein nach dem ersten Pass
und am nächsten Morgen begrüsste mich die Sonne gleich wieder.
Herrlich dass nun die Regenzeit vorbei ist!
Die Bauarbeiten an der Brücke, welche der Taifun weggerissen hatte und weswegen ich einen Bus hätte nehmen sollen.
Jizo Bosatsu
Bagger richten den Bach wieder vom Ufer weg, da sonst die Strasse bald fehlen würde
Leider war an diesem zweiten Morgen kein nennenswerter Sonnenaufgang, alles war verhangen. Dafür stolperte ich über eine kleine Viper beim Abstieg :D
Der Abschnitt Kohechi ist eine der kürzesten Strecken des Kumano Kodo, aber eine der Strengsten. Von Hongu nach Koyasan. Die Broschüre sagte mir, dass ich vier Tage brauchen würde. Nun war 15:00 Uhr und ich stand am Anfang des Weges, vor einem steilen Austieg im augeheizten Tag. Bis über den Pass würde ich noch kommen und dann da campieren.
Dieser erste Abschnitt hat 33 kleine Bodhisattva Statuen dem Weg entlang. Wer welche ist, weiss ich nicht, ich finde das ganze immer ein wenig verwirrend mit so vielen kleinen Göttern. Auf alle Fälle sind diejenigen, welche ein rotes Tuch um haben, die Jizo Bosatsu. Jizo schaut im nach dem Tod zu Kindern. Diese kleinen Lätzchen und Kappen sind von Leuten, welche ein Kind verloren haben und so für ein besseres Leben im Jenseits für ihr Kind bitten. Nehmt mich bitte nicht genau beim Wort, mein Augenmerk war mehr auf Echsen und Schlangen gerichtet...
Ich erreichte schweissnass den kleinen Schrein nach dem Pass und konnte mich noch schön vor Sonnenuntergang waschen und mein Zelt aufstellen.
Tag 5:
Der Morgen fing an, wie der Abend aufgehört hatte; mit der Sonne. Was für ein herrlicher Sonnenaufgang! Ich machte mich an den steilen Abstieg mit den verbleibenden kleinen Statuen.
Nun musste ich bis zum nächsten Wegaufstieg kommen, was 7km auf der Strasse laufen erforderte. Der Mann von der Information wo ich die Broschüre mit dem Weg her hatte, sagte mir, dass ich den Bus nehmen müsse, da die Strasse verschüttet sei. Natürlich ignorierte ich diesen Vorschlag genauso wie den Letzten. Ich sollte einfach vor 08:00 Uhr dort sein, bevor die Arbeiter auftauchten und mich aufhalten konnten. Ich war vorher da, aber die waren schon bei der Arbeit. Ein Taifun hatte die gesamte Brücke weggerissen. Aber schon war soweit fertiggestellt, dass ich schön über eine Leiter auf die neue Brücke klettern konnte. Die Arbeiter winkten mir noch freundlich zum Abschied nach.
Mein Gepäck war schwer. Ich hatte Essen für vier Tage dabei und mein Körper ist eine Verbrennungs-Maschine. Nicht billig diesen zu unterhalten. Bei voller Arbeit, so wie beim Wandern, braucht es natürlich mehr Treibstoff. Ich nahm die nächste Hürde, einen vollen Auf- und Abstieg, 13km lang. Es war erst 14:00 Uhr, als ich schon wieder unten war. Da mach ich doch gleich noch einen Aufstieg, vom Teil des Weges den ich erst am nächsten tag nehmen wollte. Nochmals 8km rauf. Wow. Ich drückte Energieriegel um Energieriegel in mich hinein. Wenigstens hatte ich genügend zu Essen, aber bei dieser Leistung minderte es sehr schnell. So wurde immerhin mein Gepäck leichter. Ich erreichte die Passhütte um 17:30 Uhr. 12 Stunden unterwegs, 32km in steilem Gelände bei über 30C Hitze. Ich war bachnass und hatte ein klein wenig müde Beine.
Die Hütte teilte ich mir mit einer kleinen Waldmaus, wegen der ich alle meine Sachen aufhängen musste. Ich machte vor der Hütte ein kleines Feuer, genoss den Vollmond und mein Müesli-Abendessen.
Tag 6:
Nun fehlte nicht mehr viel, lächerliche 22km. Vieles führte über eine befestigte Waldstrasse und es waren auch keine so hohen Höhen mehr zu überwinden. War beinahe ein gemütlicher Spaziergang. Anstatt den angegebenen vier Tage brauchte ich nur zweieinhalb. Innerhalb sechs Tagen legte ich 130km zurück. Meistens im Wald und einige Strecken sehr steil auf und ab. Also wenn es der Sinn einer Pilgerreise ist, absolut durgeschwitzt zu sein, einen andauernden Muskelkater zu haben und wegen seltenen Bademöglichkeiten ein wenig zu stinken, dann habe ich den Nagel auf den Kopf getroffen!
Die Wälder irritierten mich jedoch. Heute ist das Gebiet ein Naturschutzgebiet, aber die Wälder sind 100% wieder aufgeforstet und hie und da hat es einen Kahlschlag. Oft lagen viele Bäume gefällt am Boden, um den anderen mehr Platz zu lassen. Sehr sehr wenige Vögel und wenige Baumarten. Alte Bäume fehlen völlig. Ich weiss nicht genau was da in junger Vergangenheit vorgefallen war, aber der Wald hat sich an vielen Stellen noch nicht erholt. Wird schon noch, das ist das schöne an der Natur; sie gleicht sich selber wieder aus.
Es hatte sehr viele Spuren von Wildschweinen, die oft den ganzen Weg umgegraben hatten. Ich sah eine Bache mit Frischlingen und bereitete mich schon darauf vor auf einen Baum zu klettern. Zum Glück waren sie weit genug weg und machten sich auf und davon.
Viele Bremsen waren unterwegs. Grosse und kleine. Eine Sandfliegenart dazu, plus Mosquitos. Ich bekam einige üble Stiche, die immer noch beissen. Die wenigsten Attentäter haben jedoch überlebt. So bin ich; werde ich gebissen, beisse ich zurück!
Die kleinen Dörfer auf dem Weg in den Tälern sind am Aussterben. Nur noch wenige Leute harren hier aus. Es ist wirklich abgelegen und tief in den Hügeln. Die Flüsse werden nur darum im Zaum gehalten, da sie sonst in kürzester Zeit alle Strassen wegreissen würden. Einige Taifune mit Hochwasser und die ganze schöne Arbeit ist futsch, so auch die Möglichkeit in die Täler zu kommen. Schwer zugänglich, aber mit dieser Abwanderungstendenz wahrscheinlich nur eine Frage der Zeit.
Es war mehr als wert, auf diesem alten Pilgerpfad zu laufen. Meistens war ich alleine, nur wenige andere Pilger kamen mir entgegen.
Der Weg endete in Koyasan.
Meine Pilgerreise war zu Ende.
War sie das?
Dieser erste Abschnitt hat 33 kleine Bodhisattva Statuen dem Weg entlang. Wer welche ist, weiss ich nicht, ich finde das ganze immer ein wenig verwirrend mit so vielen kleinen Göttern. Auf alle Fälle sind diejenigen, welche ein rotes Tuch um haben, die Jizo Bosatsu. Jizo schaut im nach dem Tod zu Kindern. Diese kleinen Lätzchen und Kappen sind von Leuten, welche ein Kind verloren haben und so für ein besseres Leben im Jenseits für ihr Kind bitten. Nehmt mich bitte nicht genau beim Wort, mein Augenmerk war mehr auf Echsen und Schlangen gerichtet...
Ich erreichte schweissnass den kleinen Schrein nach dem Pass und konnte mich noch schön vor Sonnenuntergang waschen und mein Zelt aufstellen.
Tag 5:
Der Morgen fing an, wie der Abend aufgehört hatte; mit der Sonne. Was für ein herrlicher Sonnenaufgang! Ich machte mich an den steilen Abstieg mit den verbleibenden kleinen Statuen.
Nun musste ich bis zum nächsten Wegaufstieg kommen, was 7km auf der Strasse laufen erforderte. Der Mann von der Information wo ich die Broschüre mit dem Weg her hatte, sagte mir, dass ich den Bus nehmen müsse, da die Strasse verschüttet sei. Natürlich ignorierte ich diesen Vorschlag genauso wie den Letzten. Ich sollte einfach vor 08:00 Uhr dort sein, bevor die Arbeiter auftauchten und mich aufhalten konnten. Ich war vorher da, aber die waren schon bei der Arbeit. Ein Taifun hatte die gesamte Brücke weggerissen. Aber schon war soweit fertiggestellt, dass ich schön über eine Leiter auf die neue Brücke klettern konnte. Die Arbeiter winkten mir noch freundlich zum Abschied nach.
Mein Gepäck war schwer. Ich hatte Essen für vier Tage dabei und mein Körper ist eine Verbrennungs-Maschine. Nicht billig diesen zu unterhalten. Bei voller Arbeit, so wie beim Wandern, braucht es natürlich mehr Treibstoff. Ich nahm die nächste Hürde, einen vollen Auf- und Abstieg, 13km lang. Es war erst 14:00 Uhr, als ich schon wieder unten war. Da mach ich doch gleich noch einen Aufstieg, vom Teil des Weges den ich erst am nächsten tag nehmen wollte. Nochmals 8km rauf. Wow. Ich drückte Energieriegel um Energieriegel in mich hinein. Wenigstens hatte ich genügend zu Essen, aber bei dieser Leistung minderte es sehr schnell. So wurde immerhin mein Gepäck leichter. Ich erreichte die Passhütte um 17:30 Uhr. 12 Stunden unterwegs, 32km in steilem Gelände bei über 30C Hitze. Ich war bachnass und hatte ein klein wenig müde Beine.
Die Hütte teilte ich mir mit einer kleinen Waldmaus, wegen der ich alle meine Sachen aufhängen musste. Ich machte vor der Hütte ein kleines Feuer, genoss den Vollmond und mein Müesli-Abendessen.
Tag 6:
Nun fehlte nicht mehr viel, lächerliche 22km. Vieles führte über eine befestigte Waldstrasse und es waren auch keine so hohen Höhen mehr zu überwinden. War beinahe ein gemütlicher Spaziergang. Anstatt den angegebenen vier Tage brauchte ich nur zweieinhalb. Innerhalb sechs Tagen legte ich 130km zurück. Meistens im Wald und einige Strecken sehr steil auf und ab. Also wenn es der Sinn einer Pilgerreise ist, absolut durgeschwitzt zu sein, einen andauernden Muskelkater zu haben und wegen seltenen Bademöglichkeiten ein wenig zu stinken, dann habe ich den Nagel auf den Kopf getroffen!
Die Wälder irritierten mich jedoch. Heute ist das Gebiet ein Naturschutzgebiet, aber die Wälder sind 100% wieder aufgeforstet und hie und da hat es einen Kahlschlag. Oft lagen viele Bäume gefällt am Boden, um den anderen mehr Platz zu lassen. Sehr sehr wenige Vögel und wenige Baumarten. Alte Bäume fehlen völlig. Ich weiss nicht genau was da in junger Vergangenheit vorgefallen war, aber der Wald hat sich an vielen Stellen noch nicht erholt. Wird schon noch, das ist das schöne an der Natur; sie gleicht sich selber wieder aus.
Es hatte sehr viele Spuren von Wildschweinen, die oft den ganzen Weg umgegraben hatten. Ich sah eine Bache mit Frischlingen und bereitete mich schon darauf vor auf einen Baum zu klettern. Zum Glück waren sie weit genug weg und machten sich auf und davon.
Viele Bremsen waren unterwegs. Grosse und kleine. Eine Sandfliegenart dazu, plus Mosquitos. Ich bekam einige üble Stiche, die immer noch beissen. Die wenigsten Attentäter haben jedoch überlebt. So bin ich; werde ich gebissen, beisse ich zurück!
Die kleinen Dörfer auf dem Weg in den Tälern sind am Aussterben. Nur noch wenige Leute harren hier aus. Es ist wirklich abgelegen und tief in den Hügeln. Die Flüsse werden nur darum im Zaum gehalten, da sie sonst in kürzester Zeit alle Strassen wegreissen würden. Einige Taifune mit Hochwasser und die ganze schöne Arbeit ist futsch, so auch die Möglichkeit in die Täler zu kommen. Schwer zugänglich, aber mit dieser Abwanderungstendenz wahrscheinlich nur eine Frage der Zeit.
Es war mehr als wert, auf diesem alten Pilgerpfad zu laufen. Meistens war ich alleine, nur wenige andere Pilger kamen mir entgegen.
Der Weg endete in Koyasan.
Meine Pilgerreise war zu Ende.
War sie das?
Das Höhenprofil der Strecke von Hongu nach Koyasan.
Blau die vorgeschlagenen Tagesetappen, gelb was ich gemacht hatte.
Der mittlere Abschnitt waren die 32km.
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