Tempelkomplex vom oberem Tempel herunter
Sicht aus meinem Fenster
Der Platz vor dem Tempel, wo wir trainieren
mein "Wecker"
Dali, Yunnan, China
N 25°43.611
E 100°07.096
2230m.u.M
5°C
05:30 Uhr
Erster Gong-Schlag
Ich erwache zum ersten Teil der Morgenzeremonie in meinem 3m auf 2m grossen Zimmer.
Der Riesengong ist vieleicht 10m Luftlinie von meinem Fenster weg.
Meine Fenster sind Holzroste, mit einem duennen Stoff bedeckt.
Im Zimmer ist es fast so kalt wie draussen.
Ich doese meistens noch ein bischen, bis die Zeremonie um 6 Uhr im Tempel innen weitergeht, steh auf und mach mich fuer den Tag bereit.
Um 7 Uhr joggen wir dann ca. 600m oder so zum Bach und hieven uns einen Stein auf den Kopf. Schon klar, dass ich den Grossen nehme!
Zurueck zum Tempel, ein paar Treppen runter und wieder abladen.
8:00 ist Fruehstueckszeit.
Ich bin ohne Angewoehnungszeit Veganer geworden.
Die kochen wunderbares Essen im Tempel, fuer die meistens ca. 15 Nasen, plus (im Moment) 2 Auslaender. Und Immer etwas zuviel. Dies wird dann schoen Stevie (der nette oesterreichische Nachbar) und mir ruebergeschoben. Verhungern werden wir nicht da…. Eher gemaestet! Zum Glueck essen sie kein Fleisch, sonst waere es etwas verdaechtig uns so zu fuettern… Auf einmal sind wir die Speise…
Auf jeden Fall geht dann das Training von 9:00-12:00 weiter.
Ein paar Folteruebungen hier, ein paar Folteruebungen da.
Trainiert werden wir von den 16 jaehrigen Jungs Zhang-Hai, Zhang-Shan und dem 18 jaehrigen Zhang-Long. Alle schon 8 Jahre im Tempel.
Wie es sich gehoert fuer Teenies die schon zuviele Touris kommen und gehen sahen, sind sie nicht sonderlich bei der Sache um uns richtig zu trainieren.
Auf eine Frage ob mans so oder so macht, kriegt man dann halt ein “ja”.
Danke.
Nun, Zhang-Long ist schon eher der hilfsbereitere und halt reifere.
Aber fragen muss man sowieso.
Da Stevie auch schon seit langem Kapmpfsport macht, kommen wir wunderbar zurecht und passen unser Training halt auch selbst etwas an.
Nun in der dritten Woche, als ich bei einer Uebung nachfragte und gerade der Meister auch anwesend war passierte es;
Ich machte einen Grund-Stand nicht zu seinem gefallen.
Da holte der Sifu (vaeterlicher Leher) einen Stock und haute mir ein paar mal auf die Beine, damit ich tiefer stehe.
Dummerweise kam dann mein Hintern zuweit raus.
Da gabs dann auch noch ein paar und zuletzt war dann noch die Brust nicht ganz wo sie sein sollte…
War ganz aufregend, nach 20 Jahren wieder mal den Hintern versohlt zu bekommen!
Immerhin wussten wir nun, dass wir zuerst lernen mussten wie man richtig steht!
Am Nachmittag ist von 16:00 – 18:00 Training.
Abendessen
19:00 – 20:00 Abendzeremonie
Da hab ich nun auch schon ein paar mal mitgemacht.
Es wir eine Stunde lang “gesungen” und getrommelt.
Sehr hypnotisch und beruhigend (wenn die Jungs nicht zuviel Bloedsinn machen).
Schoen um den Tag nochmals durchzugehen, an Leute zu denken, oder einfach zu sein.
Um 21:00 lieg ich dann meistens schon im Bett und warte auf den naechsten Gong-Schlag….
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