Dienstag, 1. Juli 2014

Gemuese und Echsen

Die Gegend um Lushan

 
 
 
 
 
 
 
 
 

Japalura brevipes


Abfall wird leider den Hang runter "entsorgt"

 
 
 

Nur noch die haelfte des Hochwasserschutzes vorhanden

 



Die Bergagamen der Gattung Japalura haben es mir besonders angetan.

Die Art im Taipingshan konnte ich wegen des schlechten Wetters nicht finden, aber in den Bergen gab es noch 2 weitere Arten die in nicht allzuweit entfernten Gebieten lebten.

Die Gegend um Lushan war als erstes dran, die Westseite des Hehuanshan-Massives.

Die letzte Strecke dahin nahm mich ein Einheimischer mit, der mich zu sich nach Hause einlud um da zu uebernachten. Seine Frau bekam allerdings Wind von der Sache und mit der Angst zu tun. So brachte er mich schweren Herzens zu der Schule, wo ich die ganze Lehrerschaft und Direktion gleich kennenlernte.
Da gerade Elternabend war, wusste sehr bald das ganze Dorf dass ein Auslaender zugegen war. Ein sehr lustiger Ureinwohner wollte unbeding, dass ich seinen eigenen Wein probierte. Der war vorzueglich. Ich schlief schlussendlich auf dem Sofa im Buero der Schulleiterin.

Am Morgen war dann alles voller Kinder (nicht ungewoehnlich in einer Schule), die erst mal den ganzen Schulhof sauber wischten, alle Kehrichtkuebel leerten und das Buero putzten. So gehoert sich das!

Ich campierte dann weiter oben am Bach unter einem Felsen, der mir Witterungsschutz versprach.

Die Echse fand ich gleich am ersten Tag, als haette sie auf mich gewartet. Sie sonnet sich genuesslich auf einem Ast, just an der Strasse. Es hatte sich nun allerdings ausgesonnt! Los an die Arbeit; posieren!!!!
Ich fand in den folgenden Tagen keine weitere Japalura brevipes mehr die hier auf 1500m leben...

Die Leute hier bauen weitlaeufig hauptsaechlich Gemuese an.
Auf 1000-1700m.
In steilsten Haengen.
Ohne Subventionen.
Aber leider mit sehr viel Chemikalien.
Als ich in dr Schule meine Flasche am Hahn auffuellen wollte, warnte mich eine Lehrerin, dass dies Wasser nicht gut sei, wegen der “Medizin” die die Landwirte verwenden.
Die Medizin heist Glyphosat, Schneckengift und co.

Die Felder werden komplett abgespritzt, schwer mit Schneckengift ueberladen und geduengt. Mir stellten sich alle Barthaare auf. Da bin ich in den Bergen und kann kein Hahnenburger trinken!!!!

Die Leute sind ueberfreundlich hier, eine Vorzeigebild fuer Gastfreundschaft, aber leider hat hier die Industrie, offensichtlich, viel zu viel Einfluss.

Erosion waren ueberall zu erkennen (es regent extrem heftig im Sommer in Taiwan) und keine Gruenstreifen die die Haenge natuerlich halten wuerden.Es muessen auch Tonnen an Insektiziden verteilt werden; ich sah praktisch null Insekten um die Felder. Und die waeren ja die Grundnahrung fuer alles andere in der Nahrungskette.

So wird nun halt Kompost herbeigefuehrt um der Erosion wieder entgegen zu kommen. Der wird dann allerdings beim naechsten Taifun wieder weggeschwaemmt.

Biologischer Landbau oder zumindest mal sehr viel weniger intensiv und etwas Umweltschulung / Nachhaltigkeit waeren bitter noetig hier!
Am Schluss haetten alle mehr davon.
Das hatte mich echt etwas traurig gestimmt….

Die Uhreinwohner lieben ihre Berge und Waelder, haben schon immer von der Natur gelebt und nun (oder schon lange) kommen Firmen rein die ihnen nicht erzaehlen, was ihre Produkte anrichten…..
Von Politikern fang ich nun mal gar nicht an.....

Nach 4 Tagen zog ich dann an meine naechste Station; Xitou.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen