Sonntag, 26. Januar 2014
eingezäunt und Schnaps im Kopf
Zur Organisation hier;
An dem einem Abend ist klar, dass ich am nächsten Morgen in den Wald kann.
Für 8 Tage.
Da muss ich erst mal packen, kurz überall per email abmelden (es könnte sich ja jemand Sorgen machen), die Zähne putzen und ab ins Boot.
Zur Situation hier;
Der Zaun sollte (soweit meine Information) eigentlich ziemlich fertig sein. Nur noch die verschiedenen Abschnitte untereinander verdraten, ein paar Hohlräume unter dem Zaun füllen und einige Bäume fällen die die Tiere als Fluchtobjekte nutzen können.
Das ganze ist eine Halbinsel im Stausee und die war einfach von einem Ufer zum anderen per Zaun durchtrennt. et voila; 50ha für 5 Makaken!
Na ja der Zaun erwies sich als noch nicht ganz so fertig wie vorgestellt. Der Draht einen halben Meter in der Luft war noch das einfachste zum regeln...
An einer Durchquerung eines Tobels war der Draht einfach darüber gespannt worden. Ein Elefant hätte auf einem Elefant durchreiten können.
Ninh (ein Voluntär von hier), 4 Arbeiter (Bauern aus dem Dorf) und Ich (ein etwas zu gross geratener Ausländer) machten uns also an die Arbeit. Bäume fällen war ein Klacks für meine 2 Jungs! Ich glaube das einzige was die Affen ihnen voraus haben ist, dass die von Ast zu Ast springen können. Allerdings hat es keiner probiert oder ich habs nicht gesehen, aber so wie die klettern konnten traute ich ihnen alles zu!
Ich musste nur auf einen Baum und den Ast deuten den ich runter haben wollte und ZACK! war der Kerl oben und der Ast unten.
Draht spannen, Sandsäcke füllen, neue Pfosten betonieren, alles in allem gab dann sehr viel mehr Arbeit als gedacht, jeden Tag kam was neues hinzu. Wir schufteten 8 Tage durch. Alles Material mussten wir vom Ufer durch den Wald schleppen. Sand, Zement und Steine. Pfähle und uns selbst.
Nach 2 Tagen meinte der eine Arbeiter ich sei ein Elefant. Warum er mich so denunziert weiss ich allerdings nicht. Oder war es ein Kompliment???
Geschlafen haben wir in der Ranger Station, etwa 10min mit dem Boot, dass uns immer hin und her brachte. Ein einfaches Zimmer in einer einfachen Hütte den Hügel rauf. Nachts hatte es minus Temperaturen (in Vietnam gefrierts bei +8C), aber nach einigen Tagen wurde es etwas wärmer.
Abendessen hatten wir mit den Rangern, die eigentlich den ganzen Tag gar nix machten. Es kamen dauernd Boote, die hier anlegen mussten zur Kontrolle, aber wurden nie kontrolliert. Nicht ein einziges. Der Bootsführer kam kurz in die Hütte, rauchte ein paar Bambusbong, bezahlte oder hinterliess sonst etwas brauchbares und verschwand wieder.
Die Ranger (allen voran der Kopf-Ranger) waren meistens besoffen und befragten mich nach meinem Sexualleben.
Soll ich mal einen Stereotyp eines nord-vietnamesischen Mannes aufstellen?
Also im Fernsehen läuft irgendeine Propaganda, er ist besoffen, raucht sein Bong (allerdings mit Tabak), erzählt von Sex, befragt den Gast zu Sex, ist mit Sicherheit verheiratet und aber nur an anderen Frauen intressiert.
Ich wurde noch nie soviel zu meinem nächtlichen Privatleben befragt.
Sind nicht ganz alle so, aber sehr viele!!!!
Sogar mein Kollege Ninh wurde ausgequetscht und hatte die dumme Aufgabe alles zu übersetzen.
Die haben ein kleines psychologisches Problem, dass der Mann viel mehr wert ist als die Frau. Der erste Sohn ist Gott! Je mehr Söhne umso besser und die Frauen sind nur Objekte....
Alles ein bischen krass ausgedrückt aber es ist schon sehr auffallend hier.....
Um ein Ranger zu werden muss man sich im übrigen einkaufen. Das ist so etwa ein 5-Jahres-Gehalt. Da bleibt dann natürlich kein Interesse auch zu arbeiten.... So wird halt nix gemacht und schön das Schmiergeld eingenommen. Aber so funktioniert hier der ganze Staat.
Ich hatte eigentlich eine gute Zeit im Wald, sehr intensive Arbeit, aber darum bin ich ja hier.
Verglichen mit den 3 Wochen rumsitzen davor wo ich echt zuviel Zeit zum nachdenken hatte...
Mein Visa ist noch 6 Wochen gültig und solange bleibe ich noch.
Aber dann bin ich raus hier.
Von der Behördenseite klappt hier absolut nichts, es wird einem nichts gesagt und alles versinkt in Bürokratie und Korruption.
Wirklich schade, da einige Ranger super sind!
Der beste ist Tuan, der kleine mit mir auf dem Bild, zuverlässig, mit dem Kopf bei der Sache und einem guten Charakter.
Morgen fahr ich nach Hanoi.
Es ist Tet, Neujahrsfest hier, und so fährt das ganze Land runter. Kein Bus führ eine Woche oder sonst irgendwas.
Vietnams Männer sind die nächsten 2 Wochen besoffen.
Und sind schon seit einer besoffen.
Ich vieleicht auch.
Zumindest mal nen Abend.
Habs verdient....
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